Geschichte

Das KUNST UMSPANNWERK (KUSW)

Der Zustand am 24. Januar 2008

Die Gebäude stehen seit vielen Jahren leer. Die Bausubstanz ist geprägt durch jahrelangen Leerstand. Wasserschäden sind praktisch in jedem Gebäude unübersehbar und die Ursachen wurden vom Eigentümer nur provisorisch behoben und bestehen zum Teil fort.

Die allgemeine Vernachlässigung hat zudem Vandalen angelockt, dadurch sind viele Fensterscheiben zerbrochen, die teilweise durch Bleche ersetzt wurden. Die Fenster sind in sehr schlechten Zustand und kaum noch zu benutzen, zudem fehlt jegliche Wärmeisolierung da größtenteils Einscheibenverglasung. Türen sind eingetreten oder vor allem im Außenbereich durch Rost
komplett funktionsuntüchtig.
Die sanitären Installationen wurden durch den Leerstand in der kalten Jahreszeit so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass praktisch nur noch ein Raum über Zu- und Abwasser verfügt.
Die elektronischen Anlagen sind auf dem Stand der Erbauungszeit und ein enormer Brandfaktor, da die stoffumspannten Lizen über keinen Schutzleiter verfügen und das Material sich in der Auflösung befindet.
Die ummauerten stillgelegten Anlagen sind überwuchert, ansonsten wirkt das Gelände
relativ gepflegt, was man von den Gebäuden nicht behaupten kann. Insgesamt bewertet, ergibt sich ein mangelhafter Zustand der nicht nur durch finanzielle Mittel gewinnt sondern ein hohes Maß an Toleranz erfordert.

Die Vorgeschichte, die Bauanträge.

Bevor im Jahre 1999 erste Sondierungsgespräche über eine zukünftige Nutzung mit den Stadtwerken stattfanden, gab es viele Mietinteressenten für das Umspannwerk in der Gyslingstraße 72. Alle mussten aber binnen kurzer Zeit feststellen, dass eine Nutzungsänderung hier im Landschaftsschutzgebiet keine reale Change hatte, da Bauvorhaben im Außenbereich nicht zulässig seien. Die Ateliergemeinschaft um Sebastian Kruse, Arnd Binder und Prof. Ugo Dossi erlagen dieser Einschätzung nicht, waren sich zwar dessen bewusst, konnten aber über gute Kontakte eventuell positives erreichen, um als Ateliergemeinschaft hier arbeiten zu können. So war es auch Bürgermeister Ude persönlich der sich für dieses Atelier- Projekt einsetzte.
Nach langwierigen Berechnungen und Verhandlungen mit den Stadtwerken, vertreten durch Karin Walser, wurde Mitte 2003 der erste Bauantrag für die 100% Umnutzung der Gesamtgebäudefläche eingereicht. Nach langwierigen Verhandlungen wurde der Bauantrag nebst Eingabeplanung 2004 ersatzlos abgelehnt aus bekannten Gründen. – Die Stadtwerke reichten fristgerecht Wiederspruch ein.
Es schien nun alles gescheitert zu sein und ein Abbruch das wahrscheinlichste.
Dem Einspruch von Herrn Rieger (SwM), folgte aber 2005 ebenso ein Denkmalschutzgutachten durch die untere Denkmalschutzbehörde, mit Erfolg, wie sich herausstellte.
Nun musste eine Lösung gefunden werden.- Viele Verhandlungsgespräche folgten. Irgendwann war die Lokalbaukommission überzeugt einer sehr reduzierten Nutzung zustimmen zu können. Neuerliche Planungen wurden diesmal digital durch das Büro Ing. Susanne Muhr erstellt, worin klar hervorging wie eine Nutzung mit weniger als 50% der Gesamtfläche stattfinden könne. Der zweite Bauantrag ist im Januar 2006 eingereicht worden. Nach sehr langwierigen Versicherungsgesprächen folgte ein Tauziehen über zwei Jahre, bis der Leiter der Lokalbaukommission (Herr Mager) schlichtend eingriff. Viele weitere Gespräche folgten und Pläne mussten geändert werden. Am 17. November 2007 wurde schließlich der Baugenehmigung stattgegeben aus der im wesentlichen hervorging, dass nun drei Künslerateliers
Auf 49% der Nutzflächen eingerichtet werden dürfen.

Warum sich das Projekt von anderen Mietobjekten unterscheidet.

Alle erforderlichen Genehmigungen sind nun nach vielen Jahren mühsam herbeigeschafft worden und
Ist vor allem der Hartneckigkeit des Hauptmieters Sebastian Kruse zu verdanken.
Hier wurde trotz erheblichen Widerstands der Behörden es geschafft eine historische Versorgungsanlage zu erhalten. Einziger Nutzungszweck ist die Einrichtung von drei Ateliers. Die drei Gebäude müssen grundsaniert und neu erschlossen werden, während die Denkmalschutzauflagen beachtlich sind. Die sehr hohen Investitionskosten werden mieterseitig in Vorleistung getätigt und verhelfen dem Eigentümer Unterhaltskosten zu vermeiden und langfristig Gewinn zu erzielen. Eine Tatsache die sich nach Jahrzehnten Leerstand, für die Stadtwerke nur lohnen kann.

2012, Was wirklich nervt:

An Heilig Abend 2012 um 22 Uhr haben dutzende Beamte das Umspannwerkgelände überrannt und sämtliche Gebäude und Fenster aufgebrochen. Die Polizei vermutete hier Menschenhandel(?). Der völlig überzogene Einsatz mündete in schweren Gebäudeschäden. Die Ateliers standen mehrere Tage offen, ohne das die Mieter und Eigentümer informiert wurden. Gefunden wurde natürlich nichts. Anzunehmen ist, dass die Polizei einfach (nur) nachschauen wollte was hier so abgeht… Bisher liegt keine Stellungnahmme oder ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss vor.